2015-08-09

Abenteuerspielplatz Skandinavien - Von Stockholm nach Kopenhagen

Willkommen im Land der Elche!
"Mittsommer - Da wird die Nacht zum Tag!", sagte man mir. Von wegen! Als mein Flieger an diesem Abend am Flughafen Arlanda in Stockholm landete, war es bereits zappenduster! Irgendwie hatte ich mir das mit der Sommersonnenwende anders vorgestellt... Zugegeben, es war bereits 23 Uhr und für DAS Highlight im schwedischen Kalender war ich einige Wochen zu spät dran. Trotzdem sollte sich über 1.000km nördlich von Frankfurt doch ein Unterschied am Firmament feststellen lassen, oder? Doch keine Panik! Der Pilot hatte sich nicht etwa verflogen; es lag lediglich eine riesige Gewitterzelle über dem Ballungszentrum von Stockholm. Während sich in der Ferne bereit zahlreiche Blitze ihren Weg Richtung Erde bahnten, wurde ich am Ausgang des Terminals bereits von ersten Regentropfen empfangen. Toll, dachte ich. So stellt man sich den Beginn seines Sommerurlaubs vor...

Zum Glück wurde ich bereits von meinem Gastgeber Jannick erwartet. Er sollte zumindest einigen von Euch noch aus meinen USA-Berichten bekannt sein. Mittlerweile arbeitet er für die Kranich-Fluglinie in Stockholm und hat sich mit seiner Freundin Emma eine Wohnung am Rande von Schwedens Hauptstadt gekauft. Wie die Zeit vergeht - plötzlich sind alle erwachsen und seriös! Aber egal wie viele Jahre ins Land ziehen, auf gute Freunde kann man sich eben verlassen! Und das gilt natürlich nicht nur für den Flughafentransfer oder die dreitägige Logis. Nein, Jannick hatte sich auch extra ein paar Tage frei genommen, um mir sein neues Land zu zeigen - zu Wasser, an Land und aus der Luft. Jannick, tack för det!


Schwanensee. Lötsjön, Stockholm
Der Morgen begann zumindest für Emma und Jannick früh, schließlich war es Freitag und beide mussten arbeiten. Ich genoss in der Zwischenzeit meinen ersten Urlaubstag seit Monaten, und schlenderte - gut eingepackt in eine in weiser Voraussicht am Vortag erworbene Regenjacke - durch das Viertel Sundbyberg. Die Gegend ist keine touristische Offenbarung, aber es gibt eine nette Einkaufsstraße und etwas nördlich findet sich ein großer Park mit mehreren Seen, an denen es sich prima entspannen und fotografieren lässt. Immerhin hatte ich mich vor wenigen Wochen selbst mit einer neuen Kamera inklusive Stativ und Tasche beschenkt und wollte dieses Equipment natürlich nicht ungenutzt im Schrank liegen lassen (für alle Interessierten: das Modell heißt Olympus OM-D E-M5).

Segeln im Schärengarten 

Skipper Jannick
Wie der Titel des Eintrags suggeriert, habe ich nicht 9 Tage auf der faulen Haut gelegen: Da man in Schweden gefühlt nie weiter als einige Gehminuten vom nächsten Gewässer entfernt ist, sollte man sich als Besucher auf jeden Fall von diesem reichhaltigen Angebot inspirieren lassen. Ich für meinen Teil musste mich nicht zweimal bitten lassen, als Jannick mit der Idee eines ein- bis zweitägigen Segeltörns auf mich zu kam. Einer seiner Kollegen besitzt eine feine 7m Yacht, die auf den klangvollen Namen Karin-Elisabeth hört und nur darauf wartete, mit uns in See zu stechen. Der Plan war, einen Nachmittag durch die als Schären bezeichneten Felsinseln vor den Toren Stockholms zu segeln, in einer windstillen Bucht vor Anker zu gehen, das eigens vorher erworbene Grillgut zu verspeisen, und am nächsten Morgen wieder zurückzukehren. Und für diesen Spaß braucht man in Schweden nicht mal einen Segelschein, zumindest solange das Boot nicht länger als 12m ist. Man muss es ja auch nicht übertreiben...

Ganz großer Segelspaß im Schärengarten
Jannick das alte Nordlicht hat das Segeln zum Glück im Blut, sodass wir nicht völlig hilflos in die Ostsee hinaustrieben. Mit wenigen Handgriffen waren die Segel gesetzt, das Bier kaltgestellt und die Schlafsäcke verstaut. Und wenn man weiß, wie man das Boot in den Wind drehen muss bzw. wann man die Segel besser straffen sollte, ist das Ganze eigentlich ziemlich leicht. 

Nach 2,5 Stunden auf Deck machte sich bei uns beiden ein leichtes Hungergefühl bemerkbar. Doch weder die Grillwürstchen noch die sehnlichst erwarteten Kanelbullar (schwedische Zimtschnecken) waren irgendwo an Bord auffindbar. Diese lagen, man ahnt es schon, nach wie vor im Auto. Wenigstens das Bier hatten wir nicht vergessen. Trotzdem blieb uns nichts weiter übrig: zurück auf LOS! Der Rückweg war dank mäßigem Wind allerdings etwas mühselig, sodass wir nicht nur einige Haken schlagen mussten, sondern fast in der Fahrrinne eine Autofähre zum Stillstand kamen. Aber mit solchen Widrigkeiten gehen zwei erfahrene Seemänner wie wir natürlich absolut souverän um;) 

Zurück am Ausgangspunkt hatte sich schließlich auch der letzte Rest Wind "in Luft aufgelöst". Kurzerhand entschlossen wir uns also, nicht erneut in See zu stechen, sondern zusammen mit dem Besitzer des Boots Dennis das wohlverdiente Abendessen vorzubereiten. Und zugegebenermaßen war das mit dessen Gasgrill auch deutlich komfortabler! Und während Dennis versuchte, sich per Angel einen Nachtisch zu fangen, fing ich den herrlichen Sonnenuntergang fotografisch ein. SO sieht Urlaub aus:


Einige weitere schöne Bilder dieses Abends finden sich übrigens auf Flickr.

Über den Wolken

Nach einer etwas schaukligen Nacht auf der vor Anker liegenden Karin-Elisabeth machten sich Jannick und ich uns wieder auf den Rückweg nach Stockholm. An diesem Tag stand ein Ausflug nach Västerås auf dem Programm (spricht man ähnlich aus wie das Königreich in Game of Thrones). Hier befindet sich der Flugklub des Freizeitpiloten Jannick, der nach unserer ersten gemeinsamen Flugeinheit nahe Frankfurt vor gut einem Jahr nun auch regelmäßig am Himmel über Schweden zu finden ist. Nach einer kurzen Einweisung in die Cessna und den nötigen Checks ging es auch schon los. Dummerweise sind Kleinflugzeuge deutlich wackliger als ein Linienjet (bei dem ich das ein oder andere Luftloch meist sogar recht unterhaltsam finde). Und so trug der böige Wind dazu bei, dass ich trotz des grandiosen Blicks über die schwedischen Seen und Wälder ein ziemlich flaues Gefühl in der Magengegend verspürte.

Dieses Gefühl legte sich erst etwa 40 Minuten nach dem Start, als wir wieder sicher auf der Landebahn in Västerås aufsetzten. Trotzdem, so einen Flug kann man nur empfehlen (zumal bei schönem Wetter)! Schließlich erlaubt er einen völlig anderen Blick auf dieses Land, welches enormen Wert auf den Erhalt seiner Umwelt legt und dank seiner geringen Bevölkerungsdichte noch viele unberührte Landstriche zu bieten hat. Toll!


Entrecote in Gamla Stan

Shopping Straße in Gamla Stan, Stockholm
Ein Besuch in Stockholm ist nicht vollständig, wenn man nicht auch die historische Altstadt Gamla Stan besichtigt hat. Hier befindet sich der königliche Palast (Kunglia Slottet), das Parlament und unzählige prunkvolle Gebäude aus den glanzvollen Zeiten der schwedischen Monarchie. Übrigens, im ganzen Land lassen sich noch Schlösser und Verteidigungsanlagen besichtigen, die von der militärischen Dominanz des Landes im 17. und 18. Jahrhundert zeugen. Heute schätzt man als Tourist vor allem das Flair der Altstadt und die belebten Straßenzüge, die von vielen kleinen Cafés und Shops gesäumt sind. Nachts wird daraus ein gleißendes Lichtermeer, in dem Musiker und Straßenkünstler zu unterhalten wissen.

Meine Gastgeber Jannick und Emma nach
einem hervorragenden Abendessen
Die fortgeschrittene Uhrzeit und der Hunger hielten Emma, Jannick und mich davon ab, die touristischen Highlights im Detail in Augenschein zu nehmen. Stattdessen bahnten wir uns unseren Weg durch die Gassen auf der Suche nach einem Restaurant. Im Sally's wurden wir fündig. Emma entschied sich für einen Topf Miesmuscheln, während Jannick und ich uns Rentiersteak bzw. Entrecote gönnten. Sicher, das ist kein günstiges Vergnügen in einer der teuersten Städte Europas, aber es war köstlich! Obendrein haben wir uns hervorragend mit einem der italienischen Kellner des Ladens unterhalten (auf Deutsch!), der eine Zeit lang in Stuttgart gearbeitet hatte. Die Welt ist klein.

In der Zwischenzeit war es merklich dunkler geworden, sodass wir nach einem kurzen Rundgang durch die Innenstadt ein nettes Irish Pub im Süden Stockholms (Södermalm) aufsuchten, wo wir meinen letzten Abend in der schwedischen Hauptstadt gemütlich bei osteuropäischem Bier ausklingen ließen. 

Vasa Museum & Aufbruch nach Trosa

Vasa - Galeone von 1628
So ganz ohne einen Besuch eines der kulturellen Highlights dieser Stadt wollte ich meine Reise dann aber doch nicht fortsetzen. Deshalb nutzten wir den etwas wechselhaften Sonntagvormittag für einen Besuch im Vasa-Museum. Hier befindet sich das sehr gut erhaltene Kriegsschiff Vasa, das als Stolz der schwedisch-königlichen Marine bereits auf seiner Jungfernfahrt im frühen 17. Jahrhundert kenterte und erst in den 60er Jahren wieder geborgen wurde. Die Ausmaße des prächtig dekorierten Schiff sind enorm, und die vielen Details (über 700 Statuen!) lassen dieses Kriegsgerät zu einem wahren Kunstwerk werden. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass dieses Werk ohne den Konstruktionsfehler, der zum Untergang dieses Schiffes geführt hat, wahrscheinlich irgendwann zerstört worden und somit für die Nachwelt verloren gegangen wäre.


Trosa
Nachdem wir Emma bei ihrer Schwester abgesetzt hatten, machten Jannick und ich uns samt Camping-Ausrüstung und Proviant auf den Weg nach Süden. Das idyllische Küstenstädtchen Trosa mit dem treffenden Beinamen "Ende der Welt" war unser erstes Ziel. Der Kanal, der sich durch diesen Ort schlängelt, ist von den typischen schwedischen Holzhäusern gesäumt. Am Hafen liegen - wie eigentlich überall in Schweden - Segelboote an Ufern und Stegen. Nach einem kurzen Rundgang, leckerem Eis und einer kurzen Pause am Pier fuhren wir aber doch relativ zügig weiter zum eigentlichen Ziel unserer Reise...

Camping am Vätternsee und Wandern im Tiveden Nationalpark


An den kommenden beiden Tagen wollten wir den Vätternsee und die umliegenden Orte erkunden. Ich gebe zu, ein großer Fan von Camping bin ich eigentlich nicht. Für ein paar Nächte übersteht aber auch mein Rücken derartige Strapazen. Und sind wir doch mal ehrlich: Nichts geht über ein leckeres Steak, ein kühles Bier und gute Gesellschaft mit Seeblick!

Feierabendbier am Vätternsee
Doch bevor sich dieser Traum erfüllen konnte, mussten wir zunächst einen Platz für unser Zelt finden, an dem wir möglichst nicht von hunderten Campern umgeben waren, deren kreischende Kinder uns morgens aus dem Schlaf holen. In so einer Situation ist guter Rat teuer - oder man nutzt Google Earth. Nach einem Fehlversuch, der uns zu einem netten (Hunde-)Strand mit explizitem Camping-Verbot führte, wurden wir in der Nähe der Stadt Vadstena fündig. Über einen holprigen Schleichweg mit 40cm hohem Gras und unter dem Eindruck, nach einem möglichen Niederschlag nie wieder umkehren zu können, gelangten wir nach einigen hundert Metern an einen aufgeschütteten Steg. Zu unserer Überraschung gab es sogar eine Bank mit einem 180° Blick über den Vätternsee! Zugegeben, unser Zeltplatz war hart wie Beton und das Auto mussten wir wegen des Geländes in einiger Entfernung stehen lassen. Aber wer will sich beklagen:) 

Deutsches Boot im Göta Kanal
Der harte Untergrund und das andauernde Surren der Insekten rings um das Zelt ließen zumindest mich mit einem leichten Schlafmangel in den nächsten Tag starten. Mit einem belegten Baguette und einem (kostenlosen!) Kaffee im Magen konnten wir uns aber dann doch auf die nächste Etappe fokussieren. Der Ort Vadstena mit seinem Kloster aus dem 16. Jahrhundert, einem charmanten alten Bahnhof und einer hübschen Fußgängerstraße mit mittelalterlichen Gebäuden waren ein willkommener Start! Anschließend begaben wir uns nach Motala, wo der berühmte Göta Kanal in den Vätternsee mündet. Dieser Kanal durchläuft Schweden einmal von Ost nach West. Er war nach seiner Fertigstellung 1832 einer der wichtigsten Transportwege für Eisen und Holz. Heute wird er von Ausflugsschiffen und natürlich privaten Segel- bzw. Motorbooten genutzt, die die 192km Länge, 58 Schleusen und insgesamt 92 Höhenmeter überwinden, um von der Ostsee zu Schwedens größtem See, dem Vänern, zu gelangen. Ein bautechnisches Meisterwerk! Wenn man nur ein Boot und etwas mehr Zeit hätte...

Der Reiseführer führte uns schlussendlich auf die andere Seite des Sees, in den Nationalpark Tiveden. Mit Wanderschuhen an den Füßen und dem Fotorucksack auf dem Rücken begaben wir uns auf eine etwa dreistündige Wanderung. Es war der mit Abstand beste Teil dieser Reise! Der Nationalpark wartet mit verschieden langen Routen über bizarre Felsformationen auf. Aus jeder noch so kleinen Ritze sprießt entweder Gras oder wachsen ganze Bäume. Und hinter jeder Biegung erwarten einen Seen, kleine Bäche oder satte Vegetation. Unglaublich!


Empfehlung: Wandern im Tiveden Nationalpark
Im weiteren Verlauf des Nachmittags fuhren wir noch nach Karlsborg, um unsere Vorräte mit neuem Grillfleisch, Kartoffelsalat und etwas Bier aufzufüllen. Erneut machten wir uns per Smartphone auf die Suche nach einem - diesmal hoffentlich etwas komfortableren - Zeltplatz. Und das Glück war auf unserer Seite! Nahe der Stadt Olshammar entdeckten wir eine Lichtung mit einer Feuerstelle direkt am See, die durch einen leichten Abhang windgeschützt war. Und dichtes Gras bot die perfekte Unterlage für unser Zelt. Wahnsinn!

Grillen am Vättern
(K)ein Badevergnügen
Nach dem Aufbau des Zeltes und dem Genuss dreier saftiger Steaks spielten wir eine Weile Frisbee (die Scheibe hatten wir intelligenterweise bereits in Stockholm gekauft) und wagten schließlich den Sprung in die Fluten! Dabei war nicht etwa die Wassertemperatur das größte Problem! Auf dem Grund des (äußerst flachen) Sees reihten sich aalglatte Steine aneinander, auf denen man sich kaum einen Millimeter bewegen konnte, ohne sofort auszurutschen. Es blieb also bei einem kurzen Ausflug. Nichtsdestoweniger war es der Abschluss eines grandiosen Tages, der gleichzeitig das Ende unserer gemeinsamen Reise markieren sollte. Denn am nächsten Morgen machte sich Jannick wieder auf den Rückweg nach Stockholm, während ich meine Reise in Richtung Göteborg fortsetzte!


Göteborg

Hafen von Göteborg vom Maritiman Museum
Etwa drei Stunden war ich nach Göteborg unterwegs, inklusive Schienenersatzverkehr. Meine Unterkunft, ein Zimmer im Hotel Lorensberg, hatte ich tags zuvor per Smartphone gebucht. Etwas erschöpft checkte ich ein, erkundete nur ein wenig die unmittelbare Umgebung und ließ den Abend ansonsten eher ruhig ausklingen. 

Nach einem leckeren Frühstücksbuffet am nächsten Morgen zog es mich in die Innenstadt. Göteborg ist die zweitgrößte Stadt Schwedens und hat einiges zu bieten! Von holländischen Siedlern gegründet, ist die Hafenstadt bis heute äußerst lebhaft und von Immigration geprägt. Nach einem langen Spaziergang durch einen der größten Parks im Zentrum (trägt den unaussprechlichen Namen Trädgårdsföreningen) besuchte ich das Maritiman Museum im Hafenareal. Hier liegen aktuell 13 historische Schiffe vor Anker, darunter der beeindruckende Zerstörer Småland aus den 60er Jahren. Alle Schiffe lassen sich ausgiebig erkunden, und für den kleinen Hunger gibt es ein durchaus annehmbares Restaurant mit maritimer Atmosphäre. 

Kleiner Shop im Viertel Haga
Was sollte man außerdem gesehen haben? Da wäre zum einen die Kungsportsavenyn, eine Boulevardstraße mit schicken Villen aus den 19. Jahrhundert, einem prachtvollen Theater und einer Oper. Nachts wird die Straße zum Szeneviertel der Stadt, wo Bars zu teilweise unerhört hohen Preisen Alkohol ausschenken und das gemeine Partyvolk nach hippen Clubs Ausschau hält. Etwas weiter abseits im westlichen Teil der Stadt herrscht weniger Trubel. Hier im historischen Arbeiterviertel Haga sieht man Göteborg, wie es früher einmal ausgesehen haben soll - mit verwinkelten Straßen, hölzernen Fassaden und kleinen Shops, in denen u.a. Handwerker ihre Waren an den Mann oder die Frau bringen. Meine Tour endete in der Nähe meines Hotels, auf dem zentralen Götaplatsen mit der berühmten, 7 Meter hohen Poseidonstatue des Künstlers Carl Milles. Auf dem Platz befinden sich zudem das Kunstmuseum und die Konzerthalle. Wer also etwas Zeit mitbringt, dem hat Göteborg auch kulturell einiges zu bieten!



Abschluss meiner Reise in Kopenhagen

Von Göteborg fahren täglich mehrere Schnellzüge nach Kopenhagen. Hier sollte meine Skandinavienreise ihr Ende finden. Und ich war froh, dass ich mich zu einem Besuch der dänischen Hauptstadt entschlossen hatte! Schlicht zusammengefasst: Diese Stadt ist wunderschön! Und 2 Tage Aufenthalt (wie in meinem Fall) reichen bei Weitem nicht aus, die vielen sehenswerten Orte zu erkunden und das Angebot der Metropole vollends wahrzunehmen. 

Besonders für Studenten hat das Leben hier einiges zu bieten: Wie meine Unistadt Tübingen hat Kopenhagen einen jugendlichen Charme: In der Innenstadt reihen sich Bars in hübschen kleinen Gassen aneinander; es gibt viele Parks, Märkte und ein enormes kulturelles Angebot. Das Aushängeschild ist sicherlich Nyhavn, die Uferpromenade mit ihren farbenfrohen Giebelhäusern aus dem 18. Jahrhundert, in denen sich heute Kneipen und Tanzlokale befinden. Ich verbrachte fast einen ganzen Abend hier, um ein paar gute Fotos von diesem Ort festzuhalten:


Ein winziger Minuspunkt gegenüber Schweden ist sicherlich die Tatsache, dass man nicht überall mit der Kreditkarte zahlen kann. So hatte ich zwischen Stockholm und Malmö nicht eine einzige Rechnung bar beglichen, während in Kopenhagen viele Händler wirklich nur Cash akzeptieren. Aber das ist man als Deutscher ja gewohnt...

Blick von Christiansborg
Am folgenden Tag mietete ich per App ein Fahrrad, welches man überall in der Stadt abholen und wieder abstellen kann. Die Fahrt führte vorbei an Christiansborg, einem Palast, der sowohl das Parlament, als auch den Sitz des Ministerpräsidenten und des Obersten Gerichts beherbergt. Zudem hat man von der Spitze des Turms einen herrlichen Blick über ganz Kopenhagen (siehe Bild links). Die Tour führte weiter nach Norden, wo sich die vielleicht berühmteste Sehenswürdigkeit des Landes aus den Fluten erhebt: Die kleine Meerjungfrau (Den lille Havfrue). Wobei ich sagen muss, dass mir der Grund der Verehrung noch nicht 100%ig einleuchtet...Zumindest den Hundertschaften Chinesen vor Ort scheinen begeistert gewesen zu sein;) 


Figuren von 2 Kindern hinter einem Zaun.
Der Ball rollt. Bizarr.
Auf dem Rückweg besuchte ich das Kastell von Kopenhagen, eine Festung in der Form eines Fünfecks, umgeben von einem Wassergraben. Auf der Flucht vor einem kurzen Schauer fand ich mich anschließend in einer der mit Abstand eigenartigsten Kunstausstellungen wieder, die mir je untergekommen sind: Den Frie Udstillingsbygning ("Die freie Ausstellung"). Der Künstler Peter Land stellte hier ganze 5 Werke unter dem Titel Psykosomatisk aus. Alle 5 völlig absurd. Da half auch kein erklärender Prospekt.


Deutlich anspruchsvoller und auch ansprechender war da schon das Nationale Kunstmuseum, das u.a. Werke von Emile Nolde und Edward Munch ausstellt. Zudem gab es eine Sonderausstellung über die experimentelle Kunst der 60er und 70er. Auch etwas bizarr, aber in Summe lohnenswert. Nun ja, wegen des schlechten Wetters verbrachte ich die Hälfte meines letzten Tages in diesem Museum. Die zweite Hälfte führte mich zum Flughafen - und dank einer längeren Verspätung meines Fliegers kenne ich nun auch Terminal 3 wie meine Westentasche;)

Ich hatte eine Menge Spaß in Schweden und Dänemark. Ich hoffe, dieser Beitrag konnte das vermitteln. In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal. Dann aller Voraussicht nach aus Neuseeland!

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